Ist der Brexit eine Gefahr für Onlinehändler?

Die Briten sind eigentlich schon seit dem Maastrichter Vertrag im Jahre 1992 ehr skeptisch gegenüber der Europäischen Union gewesen. Der Vertrag verband damals die Unterzeichner Staaten als Europäische Gemeinschaft und übergeordneter Verbund. Die Briten und auch die Dänen unterzeichneten allerdings nur mit einer Klausel Namens „Opt-Out“ die es Ihnen erlaubte selbst über den Beitritt zur Währungsunion zu entscheiden.

Am 23.06.2016 steht Großbritannien vor der Wahl und stimmt in einem Referendum für oder gegen die Mitgliedschaft in der EU – dem s.g. Brexit – ab. Was passiert wenn GB Austritt. Was müssen Online Händler beachten wenn es tatsächlich soweit kommt?

Generelle Folgen

Im E-Commerce ist generell mit einer neuen rechtlichen Situation zu rechnen. Für GB – wenn Sie weiterhin in Handelsbeziehungen mit der EU treten will und das wird sie wollen – werden ähnlich wie für Norwegen, dass nach wie vor am Europäischen Binnenmarkt teilnimmt aber kein EU Mitglied ist, mit Handelsabkommen (und Beiträgen dazu, z.B. dem Kohäsionsbeitrag) zu rechnen sein. Der Brexit führt zwar dazu, dass GB kein Mitglied der EU mehr ist, die Handelsbeziehungen sich aber dennoch vermutlich/hoffentlich im gewohnten Maße wieder ergeben werden, so dass für die bloßen Handelsbeziehungen keine Gefahr besteht.

Möglicherweise entsteht durch den Austritt aber auch bei anderen Ländern (siehe z.B. Polen oder Ungarn) der Wunsch nach Eigenständigkeit. Die Europäische Union wäre ad absurdum geführt. Da wir mehr exportieren als importieren sind hier eher Nachteile für deutsche Handelsbeziehungen zu erwarten, denn für die Briten.

Wie sich zwischenzeitlich der Handel in Bezug das Wettbewerbsrecht, der Einfuhrumsatzsteuer und Export Kosten verhält bleibt abzuwarten. Wir sollten also auf ein „Bremain“ hoffen, was letztlich der Idee der EU entspräche und eine klare Ansage für andre „Zweifler“ Länder wäre.

Nähere Infos dazu finden Sie in diesem Artikel der Zeitschrift Capital.

Firmierung: Limited

Die Gesellschaftsform „Limited“ ist auch in Deutschland häufiger vertreten, da sie wegen der einfachen Gründungsformalitäten einigermaßen beliegt ist. Die Unternehmung ist zwar nach wie vor in Großbritannien registriert, nach einem möglichen Brexit ist aber zu beachten, dass wegen des Wegfalls der europäischen Niederlassungsfreiheit für britische Unternehmen innerhalb der EU plötzlich die deutschen Vorschriften für die Geschäftsführerhaftung gelten. Für bestehende Unternehmen gilt das ganze dennoch nicht. Hier muss allerdings seitens der Rechtssprechung entschieden werden wie hier verfahren wird.

AuthorThomas

Seit 1989 im Business, seit 1998 selbstständig, seit 2000 Autor, Texter und Redakteur, Inhaber der Web-Agentur OWLweb, künftiger E-Commerce Manager, SEO gewachsener Marketer und immer auf der Suche nach einer guten Idee.

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